Die Galerie am Lindenplatz freut sich, die Ausstellung DIVERGENT MULTITUDE mit der Werkserie 9 Steps To More Self Care von Katja Berger und Verena Tscherner anzukündigen. In einem gemeinsamen künstlerischen Prozess entstand eine Werkserie, die sich Fragen von Selbstfürsorge, Identität und innerer Haltung widmet. Die Ausstellung wird durch weitere Werke der Künstlerinnen ergänzt und eröffnet einen vielschichtigen Dialog zwischen Objekt, Sprache und Raum.
Ausgangspunkt der Serie sind neun Begriffe aus der Rede Als ich mich selbst zu lieben begann…, inspiriert von einem Text von Kim McMillen: SELBST-BEWUSST-SEIN, AUTHENTISCH SEIN, RESPEKT, REIFE, EINFACHHEIT, SELBSTLIEBE, BESCHEIDENHEIT, BEWUSSTHEIT und HERZENSWEISHEIT. Diese Begriffe werden nicht nur benannt, sondern in eine sinnlich erfahrbare Form übersetzt.
Verena Tscherner spricht jedes Wort einzeln ein und transformiert Sprache in ein Klangrelief, das mittels 3D-Druck als plastisches Element hinter den Arbeiten erscheint. Katja Berger entwickelt dazu zeichnerische Motive, die auf Textilien übertragen werden. Stimme, Bild und Material verbinden sich zu einer künstlerischen Form, in der unterschiedliche Medien ineinandergreifen.
Die gefalteten Pullover werden in transparente Vakuumkörper eingeschlossen. Was Schutz und Wärme verspricht, erscheint zugleich fixiert und begrenzt. Zwischen Fürsorge und Restriktion, Nähe und Stillstand entsteht ein Spannungsfeld, das den Werken ihre besondere Präsenz verleiht.
VERNISSAGE
Samstag, 16.05.2026 von 11.00 – 14.00 Uhr
Die Künstlerinnen sind anwesend.
Die Ausstellung im Kabinett & Podest wird durch weitere Werke ergänzt.
KATJA BERGER
Katja Berger, geboren 1973 in Judenburg, ist eine österreichische bildende Künstlerin mit Sitz in Wien. Von 2018 bis 2022 war sie Artist in Residence am Ars Electronica Research Institute „Knowledge for Humanity“ sowie 2025 in Prishtina. Im Zentrum ihrer Arbeit steht Verbindung als existenzielle Praxis. Sie beschäftigt sich mit Intimität, emotionalen Zuständen und zwischenmenschlichen Dynamiken — insbesondere in Momenten des Übergangs und der inneren Bewegung. Im Fokus stehen Figuren, die sich in fragilen, oft traumähnlichen Räumen zwischen Nähe und Distanz bewegen und dabei zu Träger:innen von Emotion, Erinnerung und Beziehung werden.
In ihrer intuitiven Arbeitsweise zwischen Malerei und Mixed Media entwickelt Berger eine reduzierte und präzise Bildsprache, in der das Subtile und oft Übersehene sichtbar wird: Gesten, Haltungen und Resonanzen, geprägt von Empathie und Fürsorge. Sie versteht ihre Arbeiten als Räume der Begegnung — als Gegenpole zu Isolation und permanenter Selbstoptimierung. Ihre Werke eröffnen Erfahrungsräume, in denen Verletzlichkeit, Zuhören und menschliche Verbindung wahrnehmbar werden.
Artist Statement
“My work emerges from an attempt to make connection tangible. I work intuitively and usually begin without a fixed image in mind. Figures and situations develop through the process drawing from memory, perception, and inner imagery. I am interested in what appears when control loosens. Moments of closeness, uncertainty, and quiet intensity.”
Vienna, April 2026
VERENA TSCHERNER
Geboren in Tirol, kam Verena Tscherner kurz nach ihrer Matura nach Wien. Sie studierte an der Universität für Musik und darstellende Kunst, Wien (MDW) an der sie 2014 ihren Abschluss machte. 2018 bis 2019 war sie studio artist im studio das weisse haus. Währenddessen studierte sie auf der Schule Friedl Kubelka, Schule für künstlerische Photographie in Wien, welche Sie 2019 mit einem Diplom abschloss. Von 2019 bis 2024 studierte sie digitale Kunst bei Prof. Ruth Schnell und ÜBERMORGEN auf der Universität für angewandte Kunst in Wien. Sie machte mehrere Residencies im In- und Ausland. 2021 erhielt sie den Preis der Kunstlitfaßsäulen der Stadt Salzburg und 2023 den Neptun Staatspreis für Wasser in der Kategorie WasserKREATIV. Sie lebt und arbeitet als freischaffende Künstlerin in Wien. Sie wurde 2025 für ein Fulbright Stipendium nominiert und hat eine finanzierte Studienzusage für die Rhode Island School of Design (RISD) und wird ab Herbst 2026 einen MFA in Skulptur in Providence (Rhode Island, U.S.A.) studieren.

